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10 Tipps zur Reduzierung von Plastikmüll im Alltag

Plastik ist heutzutage ein ganz normaler Bestandteil unseres Alltags. Doch leider wird Plastik auch zunehmend ein Teil unserer Umwelt, Gewässer und Ozeane. Und obwohl man davon spricht, dass sich Plastik je nach Art innerhalb von 5 bis 600 Jahren1 zersetzt, ist damit nicht gemeint, dass es dann abgebaut oder unschädlich ist. Im Gegenteil – der Kunststoff wird mit der Zeit lediglich zu kleinen Teilen zerkleinert2, die man Mikroplastik nennt. Dieses wiederum sammelt sich in der Natur an, wird von Fischen und Meerestieren mit Nahrung verwechselt und landet im Endeffekt sogar in unserer Nahrung3.

 

 

Ein beachtlicher Teil des jährlich produzierten Plastikabfalls ließe sich jedoch einsparen, und das wäre sehr wichtig für unsere Erde und uns selbst. Dazu ist es etwa wichtig, Plastik zu recyceln. Hier finden Sie heraus, wie vorhandenes Plastik wiederverwertet werden kann. Doch wie kann man das Anfallen von Plastikmüll im Alltag reduzieren? Darum geht es in unserem heutigen Beitrag.

 

 

Plastikmüll reduzieren: Darauf achten!

 

1. Eigenen Becher immer mitdabeihaben

 

Ein großer Teil des Plastikmülls im Meer ist durch Einweg-Trinkbecher oder Flaschen zu verantworten. Auf wiederverwendbare Alternativen umzusteigen hilft Ihnen nicht nur dabei, Müll zu vermeiden, sondern auch dabei, Ihr Getränk länger warmzuhalten.

 

Wenn Sie ein Auto haben, dann statten sie dieses mit einem To-Go-Becher aus. So ist dieser immer bei der Hand, wenn Sie unterwegs Lust auf einen Kaffee oder ein Heißgetränk haben. Auch eine nachfüllbare Wasserflasche sollte sich immer im Gepäck befinden, wenn Sie das Haus verlassen.

 

2. Lebensmittelbehälter und Besteck mitnehmen

 

Genauso wie bei Mehrweg-Bechern, können Sie auch durch die Verwendung von Essensboxen anstelle von Wegwerfcontainern einen Beitrag für die Umwelt leisten. Die meisten Restaurants und Take-Aways befüllen gerne mitgebrachte Behälter mit Ihrer Bestellung oder packen die Reste darin ein, die Sie nach Hause nehmen wollen.

 

Auch Essbesteck und bei Bedarf ein Strohhalm, lassen sich ganz leicht mitführen. Es gibt mittlerweile verschiedene Optionen für wiederverwendbares To-Go-Besteck – von „Spork“ bzw. „Göffel“ (einer Kombination aus Gabel und Löffel) über Strohhalme aus Metall, bis zu beständigem, wiederverwendbarem Besteck aus Holz oder Bambus.

 

Doch wenn Sie sich nicht extra den Aufwand machen wollen, ein Besteck-Set für unterwegs zuzulegen, dann rüsten Sie sich ganz einfach mit Ihrem Metallbesteck aus der Küche aus. In ein Geschirrtuch oder einen Beutel eingewickelt, ist dies eine tolle und sparsame Option, unterwegs Plastikmüll zu sparen.

 

3. Plastik reduzieren beim Einkaufen

 

Allein in der EU werden jährlich etwa 100 Milliarden Plastiktüten4 verbraucht. Auch sie machen einen großen Anteil des Plastiks im Meer aus. Nehmen Sie Ihren eigenen Beutel oder Ihre trendige Tote-Bag zum Einkaufen mit, um einen Beitrag gegen die Umwelt- und Meeresverschmutzung zu leisten.

 

Im Laden können Sie außerdem wiederverwendbare Obst- und Gemüsebeutel verwenden, statt die kleinen Plastiktüten zu verwenden. Natürlich können Sie viele Produkte auch lose kaufen, sodass Sie gar keinen Beutel verwenden müssen.

 

Die dünnen oder netzartigen Beutel aus Stoff werden bereits oft in der Obst- und Gemüseabteilung vieler Supermärkte zum Kauf angeboten. Wenn ein Abwiegen der Produkte erfordert wird, dann wiegen Sie sie einfach, bevor Sie sie in die Beutel packen. Auch für Brot oder Gebäck eignen sie sich gut, denn sie sind in verschiedenen Größen erhältlich.

 

4. Plastik reduzieren beim Geschirrwaschen

 

Geschirrschwamm, Spülmittelflasche, Scheuerbürste aus Plastik & Co. – Auch beim Spülen gibt es Alternativen für jene Produkte aus Plastik, welche oft auch noch schonender für den Geldbeutel sind.

 

Um Ihren Plastikverbrauch zu reduzieren, verwenden Sie zum Geschirrwaschen etwa Scheuerbürsten aus Holz und wiederverwendbare Lappen und Geschirrschwämme, welche Sie ganz einfach in der Waschmaschine reinigen können.

 

Auch der Plastikmüll der durch Spülmittelflaschen entsteht, lässt sich reduzieren. Unverpacktläden und einige Drogeriemärkte bieten Nachfüllstationen, wo Sie Ihre leere Spüli-Flasche oder Seifenspender auffüllen können.

 

Eine weitere Möglichkeit ist es, Spülmittel ganz einfach mit Backpulver und Zitronensäure zu ersetzen. Auch gibt es bereits festes Spülmittel in Form eines Seifenstücks, über welches man mit dem feuchten Geschirrschwamm wischt, um es zu verwenden. Kann Plastik auch nachhaltig sein? Wir haben es erörtert!

 

5. Plastik reduzieren beim Klamottenkauf

 

Heute befindet sich Kunststoff zunehmend in Kleidung. Wählen Sie also möglichst Klamotten aus natürlichen Fasern wie Baumwolle, um Plastikabfälle die schlussendlich in die Umwelt geraten, zu vermindern.

 

Wenn Kleidung aus synthetischen Fasern wie Polyester oder Elastan, welche aus Plastik ist, gewaschen wird, gelangen kleine Mikroplastikteilchen über das Abwasser in die Umwelt. Doch das ist noch lange kein Grund, jegliche Kleidungsstücke mit Kunststoffanteilen wegzuwerfen!

 

Denn um zu verhindern, dass Mikroplastik in den Wasserkreislauf gelangt, können Sie ganz einfach spezielle Waschbeutel verwenden, welche die Plastikteilchen auffangen.

 

6. Plastikfreien Kaugummi kauen

 

Auch in Kaugummi befindet sich Plastik – sogar ein Großteil der Kaumasse besteht aus Kunststoff. Falls Sie gerne Kaugummi kauen, dann steigen Sie auf plastikfreie Alternativen um, um der Umwelt etwas Gutes zu tun.

 

7. Plastik reduzieren beim Duschen

 

Konventionelle Duschgels, Shampoos, Haarmasken und -spülungen sowie Bodylotion haben meist zwei Dinge gemeinsam: Sie nehmen wertvollen Platz in der Dusche oder Badewanne ein und sie befinden sich in einer Plastikpackung, die nicht immer recycelt werden kann.

 

Doch mittlerweile gibt es dafür Alternativen, nämlich feste Stücke, die auch „Bars“ genannt werden. Probieren Sie doch einmal Shampoo-Bars oder Conditioner-Bars aus.

 

Auch als Bodylotions und Gesichtscremen gibt es diese Bars – Sie brauchen diese einfach nur kurz in Ihren Händen aufzuwärmen, und schon können Sie sich damit eincremen. Dazu einfach mit der festen Creme über die Haut gleiten.

 

Als Ersatz für Duschgel eignen sich natürlich immer noch die bewährten, altbekannten Seifenstücke. Diese gibt es auch in rückfettenden Varianten, die die Haut nicht austrocknen.

 

8. Plastik reduzieren beim Zähneputzen

 

Ob Zahnbürste, Zahnseide oder Zahnpasta-Tuben – sie alle kommen für gewöhnlich nicht ohne Kunststoff aus. Doch sie lassen sich ganz leicht mit umweltfreundlicheren Varianten ersetzen!

 

Steigen Sie etwa auf eine Zahnbürste aus Bambus um, verwenden Sie plastikfreie Zahnseide und probieren Sie einmal Zahnpasta in Tabletten- oder Pulverform aus, um einen Beitrag zur Vermeidung von weiterem Müll im Meer und der Umwelt zu leisten.

 

9. Plastik reduzieren beim Putzen

 

Stichwort Essig, Zitronensäure, Natron, Kernseife und Soda – mit diesen wahren Allroundhelden können Sie Ihren Haushalt blitzblank halten und gleichzeitig Plastikmüll und Geld sparen.

 

Es lassen sich mit diesen Hausmitteln wirklich alle möglichen Putzmittel selber machen. Obendrein sind diese mindestens genauso effektiv als konventionelle, in Plastik verpackte Reinigungsmittel aus dem Supermarkt.

 

Hier finden Sie einige Anleitungen zur Inspiration:

 

  • Sie können Spülmittel ganz einfach herstellen, indem Sie 1 gehäuften Esslöffel Natron und 25 g abgeriebene Kernseife in 250 ml heißem Wasser auflösen.
  • Kalkentferner lässt sich ganz leicht mit Zitronensäure ersetzen, während eine 1:1 Essig-Wasser-Lösung sich großartig als Fensterreiniger eignet.
  • Auch chemischen Weichspüler können Sie ganz einfach mit 3 EL Essig im Weichspülfach ersetzen.

 

10. Recycling

 

Natürlich ist es nicht für alle möglich oder umsetzbar komplett auf Plastik zu verzichten. Doch viele von uns haben die Möglichkeit, darauf zu achten, wie wir Produkte entsorgen und recyceln können. Wer gebrauchte Materialien wiederverwendet, trägt zur Verringerung des Müllaufkommens und zur Schonung von Ressourcen bei. Und wir finden, dass Recycling sogar Spaß machen kann!

 

Achten Sie beim Kauf von Produkten, die Plastik beinhalten auf das Recycling-Symbol, die durchkreuzte Mülltonne, den Grünen Punkt oder das Dosen-Recycling-Symbol. Tragen Sie durch Reycling Ihren Beitrag zur Reduzierung von Plastikmüll bei und setzen Sie ein Zeichen gegen die Wegwerfgesellschaft.

 

Quellenangaben

 

1 https://de.statista.com/infografik/17508/haltbarkeit-von-plastikmuell-im-meer/

2 https://www.umweltbundesamt.de/service/uba-fragen/verrottet-plastik-gar-nicht-nur-sehr-langsam

3 https://www.bzfe.de/fileadmin//resources/import/pdf/eif_01-02_2017_mikroplastik.pdf

4 https://www.bmuv.de/faq/wie-viele-plastiktueten-werden-verbraucht