Deutschland erlebt 2026 eine außergewöhnlich trockene und heiße Sommersaison. Besonders die Landwirtschaft steht unter Druck: In vielen Regionen sind die Böden stark ausgetrocknet, während Hitzewellen die Entwicklung und Abreife zahlreicher Kulturen beschleunigt haben.
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) berichtete Anfang August 2026 von ungewöhnlich stark ausgetrockneten Böden. Die Entwicklung der Bodenfeuchte erinnere in Teilen Deutschlands an die Dürrejahre 2018 und 2022. Besonders betroffen sind Regionen in der südlichen Mitte und im Süden Deutschlands.
Gleichzeitig zeichnen sich bei der Ernte 2026 erhebliche regionale Unterschiede ab. Während die Landwirtschaft im Norden teilweise vergleichsweise durchschnittliche Ergebnisse meldet, fallen die Ertragserwartungen insbesondere in Bayern und Baden-Württemberg deutlich schwächer aus.
Dürre 2026: Was zeigen die aktuellen Bodenfeuchte-Daten?
Bodenfeuchte ist einer der wichtigsten Indikatoren dafür, wie stark Pflanzen unter Trockenheit leiden. Der DWD berechnet die Bodenfeuchte täglich für verschiedene Bodentypen, Kulturen und Tiefen.
Ein wichtiger Wert ist die nutzbare Feldkapazität (nFK). Sie beschreibt vereinfacht, welcher Anteil des Wassers im Boden für Pflanzen verfügbar ist.
Der DWD stellt dafür aktuelle Deutschlandkarten und Zeitreihen bereit. Die Bodenfeuchte wird unter anderem für die Schicht von 0 bis 60 Zentimetern berechnet und in Prozent der nutzbaren Feldkapazität angegeben.
Aktuelle Karten: DWD-Bodenfeuchteviewer
Oberboden und Gesamtboden: Warum die Unterscheidung wichtig ist
Bei der Bewertung der Dürre muss zwischen verschiedenen Bodenschichten unterschieden werden.
Der Oberboden bis etwa 25 Zentimeter reagiert relativ schnell auf Regen. Ein kräftiger Schauer kann die Situation dort vorübergehend verbessern.
Der Gesamtboden bis etwa 1,80 Meter reagiert wesentlich langsamer. Dort zeigen sich die Folgen einer länger anhaltenden Trockenperiode deutlich länger.
Der UFZ-Dürremonitor stellt beide Ebenen getrennt dar. Zusätzlich wird das pflanzenverfügbare Wasser ausgewiesen.
Gerade für landwirtschaftliche Kulturen ist diese Unterscheidung entscheidend. Ein feuchter Oberboden nach einem Sommerregen bedeutet nicht automatisch, dass die tieferen Wasservorräte wieder aufgefüllt sind.
Wo ist Deutschland 2026 besonders trocken?
Die aktuelle Situation ist regional sehr unterschiedlich.
Das Umweltbundesamt berichtete Anfang Juli 2026, dass in 20 bis 30 Zentimetern Tiefe in weiten Teilen Deutschlands trockene bis sehr trockene Bedingungen herrschten. Nur wenige Regionen an der Küste, in Mittelgebirgen und in den Alpen verfügten über eine ausreichende bis übermäßige Wasserversorgung.
Der UFZ-Dürremonitor zeigte gleichzeitig im Oberboden bis 25 Zentimeter in großen Teilen von Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Bayern, Baden-Württemberg, dem Saarland und Rheinland-Pfalz Trockenheit beziehungsweise Dürre. Hinzu kamen einzelne Regionen in Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Hessen.
Im weiteren Verlauf des Sommers verschärfte sich die Lage insbesondere im Süden Deutschlands.
Süden besonders stark betroffen
Nach Angaben des DWD lagen die Bodenfeuchtewerte im Süden Deutschlands zeitweise sogar unter den Werten der Dürrejahre 2018 und 2022.
Damit zeigt sich 2026 ein bemerkenswertes regionales Muster: Der Norden kommt bei der Ernte teilweise deutlich besser davon, während die Landwirtschaft im Süden mit erheblichen Trockenheitsproblemen kämpft.
Für Bayern und Baden-Württemberg sind insbesondere Kulturen betroffen, die während wichtiger Entwicklungsphasen auf ausreichende Wasserversorgung angewiesen waren.
Ein „Nord-Süd-Gefälle“ bei der Ernte
Die Ernte 2026 zeigt nach Einschätzung des Deutschen Raiffeisenverbands ein deutliches Nord-Süd-Gefälle.
Im Norden wird teilweise von einer durchschnittlichen Ernte berichtet. Je weiter man nach Süden kommt, desto größer werden die Probleme. Besonders Bayern und Baden-Württemberg werden als stark betroffen genannt.
Das ist ein wichtiger Hinweis darauf, warum eine bundesweite Durchschnittszahl die Realität der Landwirtschaft nur unzureichend beschreibt.
Ein Betrieb im Norden kann trotz derselben bundesweiten Wetterlage eine relativ normale Ernte einfahren, während ein Betrieb in Süddeutschland deutliche Einbußen hinnehmen muss.
Wie stark sinkt die Getreideernte 2026?
Die bisher veröffentlichten Prognosen zeigen eine deutliche Belastung der Getreideproduktion.
Nach einer aktuellen Einschätzung des Deutschen Raiffeisenverbands wird für 2026 eine Getreideernte von rund 40,6 Millionen Tonnen erwartet. Zum Vergleich: Für das Vorjahr werden rund 45 Millionen Tonnen genannt.
Damit würde die Erntemenge um etwa 4,4 Millionen Tonnen beziehungsweise knapp 10 Prozent zurückgehen.
Wichtig ist dabei: Diese Zahl ist eine Prognose und keine endgültige amtliche Ernteabrechnung.
Die Ernte ist Mitte August 2026 noch nicht vollständig abgeschlossen, und die endgültigen Mengen können sich durch spätere Ernteergebnisse und statistische Nachmeldungen noch verändern.
Rund drei Millionen Tonnen Getreide und Raps verloren?
Nach Angaben des Deutschen Raiffeisenverbands sind seit Mitte Juni 2026 bereits rund drei Millionen Tonnen Getreide und Raps durch die ungünstige Wetterentwicklung verloren gegangen beziehungsweise nicht mehr zu erwarten.
Diese Zahl verdeutlicht die wirtschaftliche Dimension der Trockenheit.
Allerdings sollte auch hier zwischen einer aktuellen Branchenschätzung und einer endgültigen amtlichen Statistik unterschieden werden.
Für eine seriöse Bewertung der gesamten Ernteausfälle 2026 müssen die endgültigen Erntemengen abgewartet werden.
Mais besonders unter Druck
Besonders empfindlich reagiert 2026 offenbar der Körnermais.
Nach aktuellen Angaben aus Bayern werden beim Körnermais Einbußen von mehr als 20 Prozent erwartet.
Der Grund liegt unter anderem darin, dass Mais während wichtiger Entwicklungsphasen ausreichend Wasser benötigt. Treffen hohe Temperaturen und fehlende Niederschläge zusammen, kann die Kornbildung beeinträchtigt werden.
Das Beispiel Mais zeigt, dass nicht jede Kultur gleich stark auf eine Dürre reagiert.
Wintergetreide und Sommerkulturen reagieren unterschiedlich
Auch der Zeitpunkt der Trockenheit spielt eine entscheidende Rolle.
Winterweizen, Wintergerste und Winterraps haben einen Teil ihrer Entwicklung bereits vor den sommerlichen Hitzewellen abgeschlossen. Bei diesen Kulturen kann eine frühe Ernte die Folgen einer späteren Trockenperiode teilweise begrenzen.
Sommerkulturen wie Mais und bestimmte andere Kulturen befinden sich dagegen während der Hitze häufig noch in entscheidenden Wachstumsphasen.
Die Hitze kann gleichzeitig die Abreife beschleunigen. Dadurch verkürzt sich beispielsweise die Kornfüllungsphase. Die Ernte beginnt früher, während das Ertragspotenzial teilweise nicht mehr ausgeschöpft wird.
Hitze plus Trockenheit ist besonders problematisch
Für Pflanzen ist nicht allein die Niederschlagsmenge entscheidend.
Hohe Temperaturen erhöhen die Verdunstung. Pflanzen verlieren mehr Wasser über ihre Blätter, während gleichzeitig aus dem Boden weniger Wasser nachgeliefert wird.
Dadurch entsteht ein doppelter Stress:
Weniger Wasser im Boden trifft auf einen höheren Wasserbedarf der Pflanzen.
Genau diese Kombination macht Hitzewellen für die Landwirtschaft besonders problematisch.
Der DWD führt die starke Austrocknung 2026 auf die Kombination aus geringen Niederschlägen und hoher Verdunstung während sonnenscheinreicher und heißer Perioden zurück.
Wie misst man Dürre überhaupt?
Der Begriff „Dürre“ ist nicht einfach gleichbedeutend mit „wenig Regen“.
Meteorologische Trockenheit beschreibt zunächst ein Niederschlagsdefizit. Für die Landwirtschaft ist jedoch entscheidend, wie viel Wasser tatsächlich im Boden verfügbar ist.
Der UFZ-Dürremonitor setzt die aktuelle Bodenfeuchte deshalb in Beziehung zu langjährigen statistischen Verhältnissen. Dadurch lässt sich beurteilen, ob ein bestimmter Wert für die jeweilige Jahreszeit außergewöhnlich trocken ist.
Die wichtigsten Betrachtungen sind:
- Niederschlag,
- Bodenfeuchte,
- pflanzenverfügbares Wasser,
- Verdunstung,
- Temperatur,
- Dauer der Trockenperiode.
Die Dürrekarte 2026 richtig lesen
Wer aktuelle Dürrekarten betrachtet, sollte nicht nur auf die Farbe einer Region schauen.
Entscheidend ist auch die zugrunde liegende Bodenschicht.
Eine Karte für den Oberboden kann beispielsweise nach einem Regenereignis deutlich besser aussehen, während der Gesamtboden weiterhin eine starke Dürre zeigt.
Der UFZ-Dürremonitor stellt deshalb Karten für Oberboden und Gesamtboden bereit. Außerdem können die einzelnen Bundesländer separat betrachtet werden.
Aktuelle Dürrekarte: UFZ-Dürremonitor Deutschland
Bodenfeuchte 2026 im Vergleich zu 2018 und 2022
Die Jahre 2018 und 2022 gelten als wichtige Vergleichsjahre für extreme Trockenheit.
Der DWD berichtet 2026 von einer Entwicklung der Bodenfeuchte, die in Teilen Deutschlands an diese beiden Dürrejahre erinnert.
Das bedeutet allerdings nicht, dass 2026 überall exakt dieselbe Situation wie 2018 oder 2022 aufweist.
Die regionale Verteilung der Niederschläge unterscheidet sich. Ebenso unterscheiden sich Zeitpunkt und Dauer der Hitzeperioden.
Ein Vergleich mit früheren Dürrejahren ist deshalb vor allem als Einordnung der Intensität sinnvoll.
Was war 2018 so außergewöhnlich?
2018 gilt als historisches Dürrejahr für Deutschland.
Der DWD dokumentierte damals eine extreme Austrocknung der Böden. In Teilen Ostdeutschlands sank die Bodenfeuchte im August unter 10 Prozent der nutzbaren Feldkapazität. Gleichzeitig kam es bei Getreide und Mais zu erheblichen Ertragseinbußen.
Die Bundesregierung unterstützte betroffene Landwirte damals mit nationalen Hilfszahlungen.
2026 erinnert die Entwicklung in Teilen Deutschlands erneut an dieses Muster.
2026 ist jedoch nicht überall ein Dürrejahr
Ein wichtiger Punkt geht in der Berichterstattung über extreme Wetterlagen häufig verloren: Deutschland ist kein einheitlicher Klimaraum.
Während Süd- und Teile Mitteldeutschlands stark unter Trockenheit leiden, sind andere Regionen weniger betroffen.
Das Umweltbundesamt stellte Anfang Juli beispielsweise fest, dass die Wasserversorgung in tieferen Bodenschichten in Teilen von Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Nordrhein-Westfalen noch gut bis überversorgt war. Auch die Alpen wiesen teilweise eine gute Wasserversorgung auf.
Die Dürre 2026 ist deshalb vor allem ein regional sehr unterschiedliches Ereignis.
Landwirtschaftliche Schäden sind nicht nur eine Mengenfrage
Bei einer Dürre geht es nicht ausschließlich darum, wie viele Tonnen geerntet werden.
Auch die Qualität der Ernte kann leiden.
Trockenstress kann beispielsweise:
- das Korngewicht reduzieren,
- die Kornfüllung beeinträchtigen,
- den Proteingehalt beeinflussen,
- die Sortierung verändern,
- die Qualität von Futtermitteln verschlechtern,
- den Anteil nicht vermarktungsfähiger Ware erhöhen.
Dadurch können die wirtschaftlichen Verluste größer sein als es ein reiner Mengenvergleich vermuten lässt.
Was kostet die Dürre die Landwirtschaft?
Nach aktuellen Branchenschätzungen könnten die Einbußen bei Mengen und Qualität 2026 zu Einnahmeverlusten von rund 600 Millionen Euro führen.
Auch diese Zahl ist als aktuelle Schätzung und nicht als endgültige volkswirtschaftliche Schadensbilanz zu verstehen.
Die tatsächlichen Kosten hängen unter anderem von den endgültigen Erntemengen, Marktpreisen und der Qualität der geernteten Ware ab.
Hinzu kommen indirekte Kosten:
- zusätzliche Bewässerung,
- höhere Futterkosten,
- zusätzliche Transporte,
- höhere Versicherungsleistungen,
- mögliche Futtermittelimporte,
- höhere Produktionskosten im Folgejahr.
Ernteausfälle können Lebensmittelpreise beeinflussen
Ein Ernteausfall führt nicht automatisch zu stark steigenden Lebensmittelpreisen.
Deutschland ist Teil eines internationalen Agrarmarktes. Fehlende Mengen können teilweise durch Importe ausgeglichen werden.
Dennoch kann eine schlechte deutsche Ernte die Preise bestimmter Agrarrohstoffe beeinflussen – insbesondere dann, wenn gleichzeitig andere europäische Anbauregionen unter Hitze und Trockenheit leiden.
2026 ist genau diese Kombination relevant: Auch andere Regionen Europas waren von wiederholten Hitzewellen betroffen.
Nicht nur Getreide ist betroffen
Die Trockenheit wirkt sich auf zahlreiche Kulturen aus.
Besonders problematisch sind Pflanzen, die einen hohen Wasserbedarf haben oder während der Hitze in empfindlichen Entwicklungsphasen stehen.
Auch Grünland kann unter Trockenstress leiden.
Für Viehhalter ist das besonders relevant, weil weniger Gras beziehungsweise Heu und Silage zur Verfügung stehen können.
In Bayern wird bereits von erheblichen Problemen bei der Ernte und teilweise knapperem Viehfutter berichtet.
Damit kann sich ein ursprünglich pflanzenbauliches Problem auf die Tierhaltung ausweiten.
Obst und Gemüse: ebenfalls regionale Probleme
Die Dürre betrifft nicht nur klassische Ackerfrüchte.
Auch Obst- und Gemüsebau können durch Trockenheit, Hitze und Bewässerungsprobleme belastet werden.
Bei Freiland-Erdbeeren erwartet Destatis 2026 beispielsweise eine Erntemenge von rund 18.100 Tonnen in Niedersachsen, was einem Rückgang von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. In Nordrhein-Westfalen werden 14.600 Tonnen erwartet, 13,4 Prozent weniger als 2025. Baden-Württemberg bildet mit einem erwarteten Plus von 6,8 Prozent eine Ausnahme.
Auch diese Zahlen zeigen erneut das starke regionale Gefälle.
Warum Bewässerung nicht überall die Lösung ist
In trockenen Jahren liegt der Gedanke nahe, einfach mehr zu bewässern.
Das Problem: Gerade dann, wenn Pflanzen besonders viel Wasser benötigen, sinken vielerorts auch die verfügbaren Wasserreserven.
Zusätzliche Bewässerung kann deshalb den Druck auf Grundwasser und Oberflächengewässer erhöhen.
Langfristig werden deshalb effizientere Bewässerungssysteme, trockenheitsverträgliche Sorten, angepasste Fruchtfolgen und ein besseres Wassermanagement wichtiger.
Was können Landwirte gegen Dürre tun?
Eine einzelne Maßnahme kann extreme Trockenheit nicht verhindern.
Mögliche Anpassungsstrategien sind:
Trockenheitstolerante Sorten
Sorten mit höherer Toleranz gegenüber Wasserstress können in besonders gefährdeten Regionen Vorteile bieten.
Angepasste Aussaattermine
Der optimale Aussaatzeitpunkt kann helfen, empfindliche Entwicklungsphasen in günstigere Wetterperioden zu verschieben.
Bodenschutz
Humusreiche Böden können Wasser besser speichern. Zwischenfrüchte, Mulchsaat und eine möglichst dauerhafte Bodenbedeckung können dazu beitragen, Verdunstungsverluste zu reduzieren.
Präzisere Bewässerung
Tröpfchenbewässerung oder andere bedarfsgerechte Verfahren können Wasser effizienter einsetzen als großflächige Bewässerung.
Diversifizierung
Eine breitere Mischung von Kulturen kann das Risiko reduzieren, dass eine einzige extreme Wetterlage den gesamten Betrieb trifft.
Was zeigen die offiziellen Statistiken für 2026?
Bei der Bewertung muss zwischen bereits veröffentlichten Zahlen und Prognosen unterschieden werden.
Relativ belastbar sind derzeit:
- DWD-Daten zur Bodenfeuchte,
- UFZ-Daten zum Dürrezustand,
- Destatis-Daten zu Anbauflächen,
- regionale Ernteberichte.
Noch nicht endgültig sind dagegen:
- die vollständige Getreideernte 2026,
- die endgültigen finanziellen Schäden,
- die bundesweiten Ernteausfälle aller Kulturen.
Das ist wichtig, weil sich Erntestatistiken während der laufenden Ernte noch verändern können.
Destatis weist für 2026 beispielsweise eine Getreideanbaufläche von rund 6,03 Millionen Hektar aus, 1,8 Prozent mehr als 2025.
Eine größere Anbaufläche kann einen Teil von Ertragseinbußen ausgleichen – aber nicht vollständig, wenn gleichzeitig die Erträge je Hektar deutlich sinken.
Eine größere Anbaufläche hilft nur begrenzt
Die Landwirtschaft 2026 zeigt damit einen interessanten statistischen Zusammenhang.
Mehr Fläche bedeutet nicht automatisch mehr Ernte.
Wenn der Hektarertrag aufgrund von Hitze und Trockenheit deutlich zurückgeht, kann eine größere Anbaufläche den Mengenverlust nur teilweise auffangen.
Genau deshalb sind zwei Kennzahlen wichtig:
Ertrag je Hektar und gesamte Erntemenge.
Für die wirtschaftliche Situation der Landwirte spielt zusätzlich der Verkaufspreis eine wichtige Rolle.
Dürre betrifft auch die nächste Saison
Ein besonders problematischer Aspekt ist die zeitliche Verzögerung.
Wenn Böden bis in größere Tiefen austrocknen, kann sich die Situation über die aktuelle Ernte hinaus auswirken.
Trockene Böden können die Aussaat der nächsten Kultur erschweren. Gleichzeitig können niedrige Grundwasserstände die Bewässerungsmöglichkeiten einschränken.
Damit kann aus einer schlechten Saison ein länger anhaltendes Produktionsproblem werden.
Wie wahrscheinlich sind weitere Dürrejahre?
Niemand kann heute seriös vorhersagen, wie trocken der Sommer 2027 oder 2028 sein wird.
Die langfristige Entwicklung ist jedoch eindeutig relevant: Häufigere und intensivere Hitze- und Trockenperioden erhöhen den Anpassungsdruck auf Landwirtschaft und Wasserwirtschaft.
Die Erfahrungen aus 2018, 2022 und nun 2026 zeigen, dass extreme Trockenheit nicht mehr als rein theoretisches Risiko betrachtet werden kann.
Fazit: Dürre 2026 trifft Deutschland regional sehr unterschiedlich
Die Dürre 2026 zeigt sich besonders deutlich in den Bodenfeuchte-Daten des DWD und des UFZ. In Teilen Süd- und Mitteldeutschlands sind die Böden außergewöhnlich trocken; der DWD berichtet von Bodenfeuchtewerten, die teilweise an die Dürrejahre 2018 und 2022 erinnern.
Für die Landwirtschaft sind die Folgen bereits sichtbar. Nach aktuellen Branchenschätzungen könnte die deutsche Getreideernte 2026 nur etwa 40,6 Millionen Tonnen erreichen, gegenüber rund 45 Millionen Tonnen im Vorjahr. Besonders Bayern und Baden-Württemberg leiden unter den Folgen der Trockenheit, während der Norden teilweise deutlich besser abschneidet.
Besonders betroffen ist der Körnermais mit erwarteten Einbußen von mehr als 20 Prozent in Bayern.
Gleichzeitig sollte man die Situation nicht pauschalisieren. Deutschland erlebt 2026 kein überall gleich starkes Dürrejahr. Küstenregionen und Teile Norddeutschlands verfügen teilweise über deutlich bessere Bodenwasserverhältnisse.
Die entscheidende Lehre aus 2026 lautet deshalb: Nicht nur die Niederschlagsmenge zählt, sondern wann und wo der Regen fällt, wie viel Wasser im Boden gespeichert wird und in welcher Entwicklungsphase sich die jeweilige Kultur befindet.
Für die kommenden Jahre werden aktuelle Bodenfeuchtekarten, Dürremonitoring und regionale Erntestatistiken deshalb immer wichtiger.
Quellen und weiterführende Informationen
- Deutscher Wetterdienst – Bodenfeuchteviewer – aktuelle Karten und Analysen zur Bodenfeuchte.
- UFZ – Dürremonitor Deutschland – tägliche Informationen zu Dürre, Bodenfeuchte und pflanzenverfügbarem Wasser.
- Umweltbundesamt – Trockenheit in Deutschland – Einordnung der regionalen Trockenheit 2026.
- Destatis – Feldfrüchte und Grünland – amtliche Statistiken zu Anbauflächen und Ernte.
- Destatis – Ernte von Freiland-Erdbeeren und Spargel 2026 – aktuelle Zahlen zum Obst- und Gemüsebau.
- DWD – Starke Trockenheit im Sommer 2026 – aktuelle Bewertung der Bodenfeuchte und des Trockenstresses.
