Bienensterben – Statistik weltweit

Bienen sind für unsere Ökosysteme und Landwirtschaft essenziell: Sie bestäuben rund 75 % der wichtigsten Nahrungspflanzen weltweit und tragen damit erheblich zur globalen Nahrungsmittelversorgung bei. (Pflanzenforschung.de) Dennoch stehen viele Bienenarten und ihre Lebensräume unter erheblichem Druck – nicht alle Trends folgen dabei demselben Muster.


1. Gesamtzahlen der Bienenvölker weltweit

  • Laut der Food and Agriculture Organization (FAO) gab es 2023 schätzungsweise rund 102,1 Millionen gehaltene Bienenvölker weltweit – ein Anstieg von etwa 47 % gegenüber 1990. (Destatis)
  • Besonders in Asien haben Imkerei und Bienenzucht stark zugenommen. (Statista)
    Diese Zahlen zeigen, dass der Trend bei gehaltenen Honigbienenvölkern insgesamt nicht rückläufig ist, was oft missverstanden wird.

2. Regionale Verluste und Populationstrends

Kritische Verluste in bestimmten Regionen

  • In Nordamerika und Europa werden hohe jährliche Verlustraten berichtet – etwa durchschnittlich 20 % Winterverluste bei Honigbienenvölkern in Europa. (Greenpeace)
  • Studien zeigen, dass in Lateinamerika im Durchschnitt 30 % der Honigbienenvölker pro Jahr verloren gehen. (Nature)
  • In den USA wurden in einzelnen Erhebungen sogar Verlustzahlen von über 60 % der Bienenvölker in einer Saison berichtet. (The Washington Post)

Wildbienen – ein besonders gefährdetes Thema

Für wildlebende Bienenarten sind die Daten oft alarmierend:

  • Analysen deuten darauf hin, dass bis zu 25 % der bekannten Bienenarten weltweit seit Jahrzehnten nicht mehr nachgewiesen wurden, was auf starke Rückgänge hindeutet. (Biology Insights)
  • In Europa gilt mittlerweile etwa 9 % der wildlebenden Bienenarten als bedroht und viele weitere stark gefährdet. (The Guardian)

3. Ursachen für das Bienensterben

Bienensterben ist kein einzelnes, sondern ein komplexes Problem mit mehreren miteinander verbundenen Ursachen:

  • Pestizide und Chemikalien beeinträchtigen Gesundheit und Orientierung der Bestäuber. (Greenpeace)
  • Verlust und Fragmentierung von Lebensräumen durch intensive Landwirtschaft reduzieren Nahrungs- und Nistmöglichkeiten. (Pflanzenforschung.de)
  • Parasiten und Krankheiten wie die Varroa‑Milbe verursachen hohe Verluste in Bienenvölkern. (DIE WELT)
  • Klimawandel führt zu zeitlichen Verschiebungen von Blütezeiten und Nahrungsangeboten. (Greenpeace)

4. Bedeutung der Bienen für Mensch und Umwelt

Bienen und andere Bestäuber sind nicht nur für Honigproduktion relevant – sie sind entscheidend für unsere Nahrungsmittelversorgung und Ökosysteme:

  • Rund 75 % der wichtigsten Nahrungspflanzen weltweit sind auf Tierbestäubung angewiesen, vor allem durch Bienen. (Pflanzenforschung.de)
  • Ohne ausreichende Bestäubung würden Erträge bei vielen Obst‑ und Gemüsesorten stark sinken, was Ernährungssicherheit und Vielfalt beeinträchtigt.

5. Fazit – Wo stehen wir wirklich?

  • Die Gesamtzahl der gehaltenen Honigbienenvölker ist global gesehen über Jahrzehnte gewachsen, vor allem durch verstärkte Imkerei. (Destatis)
  • Wildbienenarten und lokal verwaltete Bienenvölker zeigen jedoch dramatische Rückgänge oder starke Verluste, vor allem in Nordamerika und Europa. (Biology Insights)
  • Die Entwicklung der globalen Bienenvielfalt insgesamt bleibt besorgniserregend, auch wenn die reine Zahl der gehaltenen Völker steigt.

Bienensterben ist letztlich weniger ein einzelnes globales Phänomen mit einer einzigen Zahl – sondern ein globales Gefüge verschiedener Trends, die zeigen, wie stark Mensch, Landwirtschaft und Umwelt miteinander verknüpft sind.


Wenn du willst, kann ich den Beitrag noch ergänzen um Grafikvorschläge, Maßnahmen gegen Bienensterben oder Tipps für bienenfreundliches Gärtnern.