Korallen unter Wasser Nahaufnahme Korallen FAQ – Häufige Fragen und Antworten zu Korallen

Korallen FAQ – Häufige Fragen und Antworten zu Korallen

Korallen faszinieren durch ihre Farben, Formen und ihre wichtige Rolle im Meer – und auch im Meerwasseraquarium. Gleichzeitig gibt es viele Fragen rund um ihre Lebensweise, Pflege und Bedeutung für das Ökosystem. In diesem FAQ findest du verständliche Antworten auf die häufigsten Fragen zu Korallen.


Was sind Korallen eigentlich?

Korallen sind keine Pflanzen oder Steine, sondern Tiere. Sie gehören zur Gruppe der Nesseltiere (Cnidaria) und sind mit Quallen und Seeanemonen verwandt. Eine Koralle besteht aus vielen kleinen Polypen, die zusammen eine Kolonie bilden.


Warum sind Korallen oft so bunt?

Die Farben stammen hauptsächlich von sogenannten Zooxanthellen – mikroskopisch kleinen Algen, die in Symbiose mit den Korallen leben. Zusätzlich besitzen Korallen eigene Farbpigmente, die sie vor starker Sonneneinstrahlung schützen und ihnen ihre beeindruckende Farbvielfalt verleihen.


Was ist eine Korallenbleiche?

Bei Stress (z. B. durch zu hohe Wassertemperaturen, schlechte Wasserqualität oder starke Lichtveränderungen) stoßen Korallen ihre Zooxanthellen ab. Dadurch verlieren sie ihre Farbe und erscheinen weiß – man spricht von Korallenbleiche. Hält der Stress an, können die Korallen verhungern und absterben.


Was ist der Unterschied zwischen Weich- und Steinkorallen?

  • Weichkorallen besitzen kein festes Kalkskelett, bewegen sich oft im Wasserstrom und sind meist pflegeleichter.
  • Steinkorallen (SPS & LPS) bilden ein Kalkskelett und tragen maßgeblich zum Aufbau von Korallenriffen bei. Sie haben höhere Ansprüche an Wasserwerte und Licht.

Was brauchen Korallen zum Leben?

Korallen benötigen:

  • stabiles, sauberes Meerwasser
  • ausreichend Licht (besonders für symbiotische Korallen)
  • passende Strömung
  • stabile Wasserwerte (Salinität, Temperatur, Calcium, Magnesium, KH)
  • teilweise zusätzliche Fütterung (Plankton, Staubfutter)

Können Korallen aktiv fressen?

Ja. Viele Korallen fangen mit ihren Tentakeln Plankton, Kleinstlebewesen oder Futterpartikel aus dem Wasser. Besonders LPS-Korallen zeigen deutlich sichtbare Fressreaktionen.


Sind Korallen empfindlich?

Korallen reagieren sensibel auf schnelle Veränderungen. Stabile Bedingungen sind wichtiger als „perfekte“ Werte. Geduld, regelmäßige Pflege und langsame Anpassungen sind entscheidend für ihr Wohlbefinden.


Wie vermehren sich Korallen?

Korallen vermehren sich:

  • sexuell, z. B. durch das Ablaichen im Meer
  • ungeschlechtlich, durch Teilung oder Knospung

Im Aquarium werden Korallen meist durch Ableger (Fragmentierung) vermehrt.


Sind Korallen für Menschen gefährlich?

Einige Korallen besitzen Nesselzellen oder giftige Stoffe (z. B. Zoanthus, Palythoa). Direkter Hautkontakt kann Reizungen verursachen. Beim Hantieren im Aquarium sollten Handschuhe getragen werden.


Warum sind Korallenriffe so wichtig?

Korallenriffe:

  • bieten Lebensraum für tausende Tierarten
  • schützen Küsten vor Erosion
  • sind bedeutend für Fischerei und Tourismus
  • gelten als Frühwarnsysteme für den Zustand der Ozeane

Ihr Schutz ist entscheidend für das globale Ökosystem.


Kann man Korallen nachhaltig halten oder kaufen?

Ja. Viele Korallen im Handel stammen heute aus Nachzuchten (Aquakultur) statt aus Wildentnahmen. Der Kauf von Nachzuchten unterstützt den Schutz natürlicher Riffe und ist nachhaltiger.


Wir lernen

Korallen sind faszinierende, lebendige Organismen mit komplexen Bedürfnissen und großer ökologischer Bedeutung. Ob im Meer oder im Aquarium: Wer Korallen versteht und respektiert, leistet einen wichtigen Beitrag zu ihrem Schutz und kann ihre Schönheit langfristig genießen.

Wie lange leben Korallen?

Korallen zählen zu den ältesten lebenden Organismen der Erde. Ihre Lebensdauer ist beeindruckend und unterscheidet sich stark je nach Korallenart, Umweltbedingungen und Lebensform. Während einzelne Korallenpolypen nur wenige Jahre alt werden, können ganze Korallenkolonien mehrere Jahrhunderte – in manchen Fällen sogar Jahrtausende – überdauern.

Lebenserwartung einzelner Korallenpolypen

Ein einzelner Korallenpolyp ist ein kleines, tierisches Lebewesen, das Teil einer größeren Kolonie ist. Die Lebensdauer eines einzelnen Polypen liegt meist bei einigen Jahren bis Jahrzehnten. Da sich Polypen jedoch kontinuierlich teilen und erneuern, bleibt die Kolonie als Ganzes bestehen, auch wenn einzelne Polypen absterben.

Lebensdauer von Korallenkolonien

Die beeindruckende Langlebigkeit zeigt sich vor allem auf Kolonieebene:

  • Weichkorallen können mehrere Jahrzehnte alt werden.
  • Steinkorallen (riffbildende Korallen) erreichen häufig ein Alter von mehreren hundert Jahren.
  • Einige massive Steinkorallen, wie Gehirnkorallen, gelten als besonders langlebig und können über 1.000 Jahre alt werden.

Das Wachstum ist dabei oft sehr langsam – manche Korallen wachsen nur wenige Millimeter pro Jahr. Gerade diese langsame Entwicklung macht sie besonders empfindlich gegenüber Umweltveränderungen.

Korallen als Zeitzeugen

Durch ihr langsames Wachstum speichern Korallen in ihrem Kalkskelett Informationen über frühere Umweltbedingungen. Wissenschaftler nutzen diese Strukturen, um Rückschlüsse auf Klimaveränderungen, Wassertemperaturen und Meereschemie über lange Zeiträume zu ziehen.

Einfluss von Umweltbedingungen auf die Lebensdauer

Wie alt Korallen tatsächlich werden, hängt stark von ihrem Lebensraum ab. Entscheidend sind unter anderem:

  • stabile Wassertemperaturen
  • gute Wasserqualität
  • ausreichendes Licht
  • geringe Umweltbelastung

Stressfaktoren wie Klimawandel, Korallenbleiche, Verschmutzung oder mechanische Zerstörung können die Lebensdauer drastisch verkürzen.

Korallen im Aquarium

Auch im Meerwasseraquarium können Korallen bei guter Pflege sehr alt werden. Viele Korallenableger stammen von Muttertieren, die bereits Jahrzehnte alt sind. Unter stabilen Bedingungen können Korallen im Aquarium viele Jahre bis Jahrzehnte wachsen und sich vermehren.

Wir lernen

Korallen können – als Kolonie betrachtet – extrem alt werden und gehören zu den langlebigsten Lebewesen der Erde. Ihre lange Lebensdauer macht sie zugleich wertvoll und verletzlich. Der Schutz ihrer Lebensräume ist daher entscheidend, damit diese faszinierenden Organismen auch in Zukunft bestehen können.

Was fressen Korallen?

Korallen sind faszinierende Lebewesen mit einer besonderen Ernährungsweise. Viele Menschen glauben, Korallen würden sich ausschließlich von Licht ernähren – tatsächlich nutzen sie mehrere Nahrungsquellen. Ihre Ernährung ist vielseitig und ein entscheidender Faktor für Wachstum, Farbe und Gesundheit.

Symbiose mit Algen – die wichtigste Nahrungsquelle

Der Großteil der Korallen lebt in Symbiose mit winzigen Algen, den sogenannten Zooxanthellen. Diese Algen betreiben Photosynthese und produzieren dabei Zucker und andere Nährstoffe, die der Koralle als Energiequelle dienen. Im Gegenzug erhalten die Algen Schutz und Nährstoffe von der Koralle.
Diese Symbiose deckt bei vielen Korallenarten bis zu 90 % des Energiebedarfs.

Aktive Nahrungsaufnahme – Korallen jagen

Neben der Energie aus der Photosynthese können Korallen auch aktiv Nahrung aufnehmen. Mit ihren Tentakeln fangen sie:

  • Zooplankton
  • Kleinstkrebse
  • Larven und Mikroorganismen
  • feine organische Partikel aus dem Wasser

Die Beute wird mithilfe von Nesselzellen gelähmt und anschließend zum Mund transportiert.

Aufgelöste Nährstoffe aus dem Wasser

Korallen können außerdem gelöste Nährstoffe direkt aus dem Wasser aufnehmen, zum Beispiel:

  • Aminosäuren
  • gelöste organische Stoffe
  • Stickstoff- und Phosphorverbindungen in geringer Konzentration

Diese zusätzliche Nahrungsquelle unterstützt Wachstum und Regeneration.

Fressen alle Korallen gleich?

Nein, die Ernährungsweise unterscheidet sich je nach Korallenart:

  • Steinkorallen (SPS) leben stark von der Photosynthese, profitieren aber von feinem Planktonfutter.
  • LPS-Korallen fressen aktiv größere Futterpartikel und zeigen oft sichtbare Fressreaktionen.
  • Weichkorallen nehmen sowohl Plankton als auch gelöste Nährstoffe aus dem Wasser auf.

Einige Korallenarten kommen sogar ganz ohne Zooxanthellen aus und sind vollständig auf Futter angewiesen.

Korallen im Aquarium – was füttern?

Im Meerwasseraquarium profitieren viele Korallen von zusätzlicher Fütterung, zum Beispiel durch:

  • Phyto- und Zooplankton
  • spezielles Korallenstaubfutter
  • fein zerkleinertes Frostfutter

Wichtig ist dabei ein ausgewogenes Maß, um die Wasserqualität nicht zu belasten.

Wir lernen

Korallen sind keine passiven Lebewesen, sondern vielseitige „Allesfresser“. Sie gewinnen Energie durch Licht, jagen aktiv Nahrung und nutzen gelöste Nährstoffe aus dem Wasser. Diese flexible Ernährungsweise ist ein wichtiger Grund dafür, dass Korallen in nährstoffarmen Meeresgebieten überleben können – vorausgesetzt, ihre Umwelt bleibt stabil und gesund.

Warum sind Korallen Tiere?

Auf den ersten Blick wirken Korallen wie bunte Pflanzen oder lebendige Steine. Sie wachsen fest am Untergrund, brauchen Licht und bewegen sich kaum. Dennoch gehören Korallen eindeutig zum Tierreich. Warum das so ist, lässt sich gut erklären, wenn man ihren Aufbau, ihre Lebensweise und ihre biologischen Merkmale betrachtet.

Korallen gehören zu den Nesseltieren

Korallen zählen zoologisch zum Stamm der Nesseltiere (Cnidaria) – derselben Tiergruppe wie Quallen und Seeanemonen. Ein zentrales Merkmal dieser Tiere sind Nesselzellen, mit denen sie Beute fangen und sich verteidigen. Auch Korallen besitzen diese spezialisierten Zellen in ihren Tentakeln.

Korallen haben einen tierischen Körperbau

Jede Koralle besteht aus vielen kleinen Polypen. Diese Polypen haben:

  • einen Mund
  • Tentakel zur Nahrungsaufnahme
  • einen einfachen Verdauungsraum

Sie nehmen aktiv Nahrung auf, verdauen sie und scheiden unverdauliche Reste wieder aus – ein klares Merkmal tierischer Organismen.

Korallen fressen aktiv

Im Gegensatz zu Pflanzen können Korallen keine Nährstoffe aus dem Boden aufnehmen. Sie sind heterotroph, das heißt, sie müssen organische Nahrung aufnehmen. Mit ihren Tentakeln fangen sie Plankton, Kleinstlebewesen und organische Partikel aus dem Wasser. Die oft erwähnte Symbiose mit Algen liefert zusätzliche Energie, ersetzt aber nicht die tierische Ernährungsweise.

Korallen betreiben keine eigene Photosynthese

Zwar benötigen viele Korallen Licht, doch sie selbst betreiben keine Photosynthese. Diese Aufgabe übernehmen die in ihnen lebenden Zooxanthellen (Algen). Die Koralle stellt lediglich den Lebensraum zur Verfügung – ein weiteres Indiz dafür, dass sie keine Pflanzen sind.

Korallen können sich tierisch fortpflanzen

Korallen vermehren sich sowohl geschlechtlich als auch ungeschlechtlich:

  • durch das Ablaichen von Eiern und Spermien
  • durch Teilung oder Knospung einzelner Polypen

Diese Fortpflanzungsformen sind typisch für Tiere und unterscheiden sich grundlegend von pflanzlicher Vermehrung.

Warum wirken Korallen dann so „pflanzlich“?

Der pflanzenähnliche Eindruck entsteht durch:

  • ihre feste Verwachsung mit dem Untergrund
  • ihr oft verzweigtes Wachstum
  • ihre Abhängigkeit von Licht

Diese Eigenschaften sind jedoch Anpassungen an ihre Umwelt und kein Hinweis auf eine pflanzliche Zugehörigkeit.

Wir lernen

Korallen sind Tiere, weil sie einen tierischen Körperbau besitzen, aktiv Nahrung aufnehmen, Nesselzellen nutzen und sich wie Tiere fortpflanzen. Auch wenn sie unbeweglich erscheinen und mit Algen zusammenleben, sind sie biologisch eindeutig dem Tierreich zuzuordnen. Gerade diese Kombination aus tierischem Leben und pflanzenähnlicher Erscheinung macht Korallen so einzigartig und faszinierend.

Sind Korallen giftig?

Korallen wirken friedlich und harmlos, doch viele Menschen fragen sich: Sind Korallen eigentlich giftig? Die kurze Antwort lautet: Ja, einige Korallen können giftig sein – allerdings nicht alle und meist nicht lebensgefährlich. Wie gefährlich Korallen wirklich sind, hängt von der Art und vom Kontakt ab.

Warum können Korallen giftig sein?

Korallen gehören zu den Nesseltieren und besitzen Nesselzellen (Nematocysten). Diese dienen dazu:

  • Beute zu lähmen
  • sich vor Fressfeinden zu schützen

In diesen Nesselzellen befinden sich Gifte, die bei Berührung freigesetzt werden können. Die Stärke dieser Gifte variiert stark zwischen den einzelnen Korallenarten.

Welche Korallen sind besonders giftig?

Einige Korallenarten sind für Menschen potenziell gefährlicher als andere:

  • Zoanthus- und Palythoa-Arten können das extrem starke Palytoxin enthalten – eines der giftigsten bekannten natürlichen Gifte. Schon kleine Mengen können gesundheitsschädlich sein.
  • Feuerkorallen (streng genommen keine echten Korallen, sondern Hydrozoen) verursachen schmerzhafte Hautreizungen und Brennen.
  • Manche Weichkorallen geben chemische Abwehrstoffe ins Wasser ab, die andere Organismen schädigen können.

Wie äußert sich der Kontakt mit giftigen Korallen?

Mögliche Reaktionen nach Berührung sind:

  • Hautreizungen oder Brennen
  • Rötungen, Juckreiz oder Schwellungen
  • in seltenen Fällen Übelkeit, Atembeschwerden oder Fieber

Schwere Vergiftungen sind selten, können aber insbesondere bei offenen Wunden oder beim Einatmen von Dämpfen (z. B. beim Erhitzen von Palythoa-Gestein) auftreten.

Sind Korallen im Aquarium gefährlich?

Im Meerwasseraquarium ist Vorsicht geboten, aber Panik nicht nötig. Wer:

  • Handschuhe trägt
  • Augen- und Mundkontakt vermeidet
  • Korallen nicht verletzt oder erhitzt

minimiert das Risiko erheblich. Besonders beim Schneiden oder Ablegern von Zoanthus- oder Palythoa-Korallen ist Schutz wichtig.

Sind Korallen für Badegäste im Meer gefährlich?

Beim Tauchen oder Schnorcheln gilt: Nicht anfassen. Die meisten Verletzungen entstehen durch Berührung, oft unabsichtlich. Selbst nicht giftige Korallen können scharfe Kalkskelette haben, die Hautverletzungen verursachen und sich leicht entzünden.

Wir lernen

Nicht alle Korallen sind giftig, doch viele besitzen Nesselzellen oder chemische Abwehrstoffe. In den meisten Fällen sind die Auswirkungen auf den Menschen mild, können aber bei bestimmten Arten ernst werden. Mit Respekt, Vorsicht und dem Grundsatz „Nur anschauen, nicht anfassen“ lassen sich Korallen sicher bewundern – im Meer wie im Aquarium.